Gunkl gets to the point

The Austrian Culture Channel has interrogated Gunkl, one of Austria’s best stage entertainers, in form of an e-mail Q&A.

Gunkl, a.k.a. Günther Paal, is praised for his capability of transforming extremely complex scientific circumstances into amusing anecdotes in his programmes. Sometimes, however, he does things the other way round and confuses his audiences by converting daily life situations into what appears to be insolvable questions and insurmountable obstacles no scientist in the world can ever solve.

Gunkl (www.gunkl.at, http://www.e-a.at) has been on stages in Austria and abroad since 1994. He most recently performed “Die großen Kränkungen der Menschheit – auch schon nicht leicht”, his 10th programme, to wide acclaim across the country.

There is no need to emphasise that the Austrian Culture Channel is a fully English platform. Exceptions have to be made on very special occasions – and Gunkl’s readiness to share his wisdom on this humble website is arguably one. This is why it has been decided to abstain from translating the “Salzburger Stier” laureate’s answers to avoid robbing them of their delightful creativity and wittiness.

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Verraten Sie bitte Ihre Herangehensweise an die faszinierende Verknüpfung so komplexer Themengruppen, wie Sie sie in Ihren Stücken behandeln.

Das ist im Grunde einfach: Mich interessiert sehr vieles, daher les ich dann so Zeitschriften wie „Spektrum der Wissenschaft“, oder „Gehirn und Geist“. Und ich will immer wissen, wie die Dinge funktionieren. Ich kenn mich gern aus. Und manchmal fallen mir Zusammenhänge auf, und denen gehe ich dann nach.

Wie empfinden Sie es, wenn bei Ihren Auftritten an ‘falschen’ Stellen gelacht wird?

Das passiert eigentlich kaum, und wenn es passiert, dann ist es erstens das recht jedes Zuschauers zu lachen, wo und wann er will, und es ist mein Recht, den Vortrag dann aber so zu steuern (ohne den Text zu verändern) daß die Konzentration wieder im Fahrwasser des eigentlichen Themas ist.

Hatten bzw. haben Sie Vorbilder?

Eigentlich nicht. Johann Sebastian Bach ist natürlich einige Schuhnummern zu groß, um ihn kopieren zu wollen, aber die Klarheit des musikalischen Textes, der dann eben ohne Geseufze und großen Gesten auskommt, daß der Inhalt die Schönheit ergibt und nicht das, was man hinein- oder heraushört, das ist das, wie ich es machen will.

Gibt es so etwas wie Routine(n) im Leben eines freischaffenden Künstlers?

Natürlich gibt es das; das Programm ist ja fertig, es ist so geschrieben, wie ich es wollte, und so wird das dann auch jeden Abend gemacht. Natürlich muß ich jeden Abend mit festen Schritten durch das gesamte Programm gehen und jeden Gedanken komplett mit meinem Gemüt ausfüllen – also am phonetischen Autopiloten das Programm einfach als Silbenfolge runterrasseln geht nicht, das ist klar – aber es gibt immerweiderkehrende Abläufe, insoferne Routine.

Hatten Sie jemals bzw. haben Sie heutzutage (noch) Lampenfieber?

Hatte ich nie.

Wie schätzen Sie das viel diskutierte unterschiedliche Humorverständnis von Deutschen (Stichwort: Brachial-Comedy) und Österreichern (fragile Kleinkunst, Kabarett – aber auch Topquoten und ausverkaufte Tourneen für bzw. von deutschen TV-Comedians) ein?

Der Unterschied wird überschätzt; wer Jochen Malmsheimer, Andreas Rebers, Uta Köbernick, Georg Schramm oder noch ein paar herausragende deutsche Kleinkünstler kennt, der kann das so nicht nachvollziehen. Ich erinnere daran, daß zu der Zeit, als wir im Fernsehen den Hias als Sidekick von Karl Moik hatten war Evelyn Hamann der Sidekick von Loriot.

Haben Sie so etwas wie eine Art Lieblingsfremdwort/-wörter und wenn ja, warum gerade jene(s)?

Meine Lieblingswörter wechseln von Zeit zu Zeit. Das hängt davon ab, was mich gerade umtreibt. Manchmal ist es „Konzept“, weil ich mich gerade mit dem Thema größere Zusammenhänge und deren Zustandekommen beschäftige, ein anderes Mal „Behauptung“, weil ich am selben Thema gerade auf einem speziellen Ast sitze und etwas ausgemacht zu haben glaube.

Haben Sie gewisse Rituale oder ähnliches, um sich auf Auftritte einzustimmen?

Nein, die hab ich nicht. Rauchen muß ich. Das ist schon alles.

Welche Aspekte erachten Sie als wesentlich “Gefahren” für Künstler, wenn sich diese dazu entscheiden, politische Statements abzugeben bzw. sich gesellschaftlichspolitisch zu deklarieren und engagieren? Wie halten Sie es damit selbst?

Das muß wohlüberlegt sein, und es muß das sein, wovon der betreffende Künstler auch tatsächlich überzeugt ist. Dann geht das, aber er sollte wissen, daß die politische Praxis sich von echten Überzeugungen deutlich unterscheidet. Zu nah sollte er sich an niemanden anschmiegen, auch wenn es dort gemütlich ist.

Überwiegt bei neuen bzw. populärer werdenden kleinen Parteien und Bewegungen wie der Piratenpartei die politische Schlagkraft oder die Gefahr der dankbaren kabarettistischen Abarbeitung?

Wenn man in fünf Jahren darüber gutes Kabarett machen kann, weil das Publikum weiß, wer die überhaupt sind, und was die machen, dann haben sie politische Schlagkraft.

Gibt es ‘Zukunftsperspektiven’ für den von vielen “Dorfers Donnerstalk”-Sehern liebgewonnenen “Experten für eh alles”?

Nein, die seh ich nicht. Das war eine Figur (sehr nahe an mir, aber nicht der Bühnen-Gunkl) aber den gab es nur in dieser Sendung.

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